Was bei Übertragungen von Kautionskonten zu beachten ist
Die Übertragung von Kautionskonten ist ein wesentlicher Schritt beim Wechsel des Eigentümers einer Immobilie. Für Mieter und Vermieter gleichermaßen stellt sich die Frage, welche rechtlichen Schritte unternommen werden müssen, um die Mietsicherheit korrekt zu übertragen und dabei Konflikte zu vermeiden. Dieser Artikel leitet Sie durch den Prozess und bietet Ihnen wichtige Informationen zur sicheren und gesetzeskonformen Übertragung der Mietsicherheit.
Das Wichtigste zur Mietkaution bei Eigentümerwechsel
Bei einem Eigentümerwechsel tritt der neue Vermieter an die Stelle des alten Vermieters. Dadurch wird ihm auch die Verantwortung für die Mietkaution übertragen, die vom Vorbesitzer zu fordern und getrennt vom eigenen Vermögen anzulegen ist. Die Details des Kautionskontos müssen im Mietvertrag festgehalten und bei der Übertragung berücksichtigt werden, damit sowohl Mieter als auch Vermieter rechtlich abgesichert sind. Schriftliche Dokumentation und Abstimmung zwischen Käufer, Verkäufer und Mieter sind für eine reibungslose Übertragung notwendig, auch wenn der Mieter kein Recht auf Einverständnis hat.
Was passiert mit der Mietkaution bei Vermieterwechsel?
Der neue Eigentümer tritt in alle Rechte und Pflichten des Mietverhältnisses ein und muss die Mietkaution vom vorherigen Eigentümer verlangen. Diese Übertragung erfolgt unabhängig von der Zustimmung der Beteiligten. Das Urteil des BGH vom 9. Juni 2015 bestätigt zudem die Notwendigkeit, dass die Kaution in einem verzinslichen Konto geführt werden muss, das getrennt von den Vermögenswerten beider Parteien ist.
Welche Ansprüche hat der Mieter gegenüber altem und neuem Eigentümer?

Der Mieter hat grundsätzlich das Recht, die Rückzahlung seiner Barkaution inklusive Zinsen zu fordern, sobald das Mietverhältnis beendet wird und keine berechtigten Ansprüche des Vermieters offenstehen (§§ 546, 551 BGB). Gegenüber dem alten Eigentümer besteht der Anspruch, dass die Kaution ordnungsgemäß angelegt wurde – andernfalls kann der Mieter entgangene Zinsen verlangen. Beim neuen Eigentümer hat der Mieter den Anspruch, dass dieser sich gemäß § 566 BGB („Kauf bricht nicht Miete“) um die ordnungsgemäße Verwaltung der Kaution kümmert und sie weiterhin zu marktüblichen Bedingungen anlegt.
Übertragung der Kaution auf den neuen Vermieter
Der Übergang der Kaution erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst wird im Kaufvertrag festgelegt, dass die Mietkaution Teil des Übergangs ist – inklusive Höhe, Kontoangaben und Übertragungspflicht. Danach muss der neue Eigentümer sicherstellen, dass die Kaution weiterhin getrennt vom eigenen Vermögen angelegt ist und Zinsen dem Mieter gutgeschrieben werden. Der alte Eigentümer übergibt alle relevanten Dokumente und kann mit einem Musterbrief um Befreiung von den Pflichten aus § 566a BGB bitten. Eine PDF-Vorlage für diesen Musterbrief steht zum Download bereit. Ein explizites Einverständnis der Mieter ist für die Übertragung nicht zwingend erforderlich – aus Gründen der Transparenz ist es dennoch empfehlenswert, sie zu informieren.
Übertragung der Kautionen im Kaufvertrag regeln

Im Kaufvertrag sollten konkrete Regelungen zur Übertragung der Kautionen festgehalten werden. Eine detaillierte Vereinbarung schafft ein solides Fundament für die reibungslose Übertragung und erhöht die Rechtssicherheit für alle Beteiligten. Konkret sollte geklärt werden:
- Wer ist für die Übertragung des Kautionskontos verantwortlich?
- Bis zu welchem Zeitpunkt muss die Übertragung erfolgen?
- Wie wird mit Zinsen und möglichen Forderungen umgegangen?
Übertragung von Kautionskonten zu einer neuen Bank

Ein Eigentümerwechsel kann ein guter Moment sein, um bestehende Bankkonditionen zu überdenken. Gründe für einen Wechsel der Bank bei Kautionskonten sind meist:
- Geringere Gebühren: Die Vermeidung von Kontoführungsgebühren erhöht die Wirtschaftlichkeit
- Bessere Zinssätze: Ein höherer Zinssatz kann die Rendite der Kaution über die Zeit steigern
- Verbesserter Service: Ein kundenorientierter Service vereinfacht die Abwicklung
- Digitale Verwaltung: Online-Tools ermöglichen eine unkomplizierte und transparente Kontoführung
Häufig gestellte Fragen zum Bankenwechsel der Kautionen
Die rechtliche Grundlage ergibt sich aus § 551 BGB: Die Kaution muss getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt werden, die Wahl des Kreditinstituts liegt beim Vermieter. Die Zustimmung des Mieters ist für den Wechsel nicht erforderlich, aus Transparenzgründen aber empfehlenswert.
Auch wenn nach § 566 BGB keine Informationspflicht des Eigentümers bei einem Bankenwechsel der Kautionen besteht, ist es aus Gründen der Professionalität und Transparenz ratsam, diesen zu informieren. Eine solche Kommunikation stärkt das Vertrauensverhältnis und trägt zur Vermeidung von Missverständnissen bei.
Es ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, eine Erlaubnis des Eigentümers für den Wechsel der Bankverbindung der Kautionen einzuholen, doch kann es aus verschiedenen Gründen dennoch sinnvoll sein. Besonders in Fällen, in denen der Eigentümer spezifische Anforderungen an die Verwaltung der Kautionen gestellt hat oder wenn vertragliche Vereinbarungen besondere Absprachen bezüglich der Kautionsverwaltung enthalten, sollte eine Zustimmung des Eigentümers eingeholt werden. Auch zum Erhalt guter Eigentümerbeziehungen ist eine transparente Kommunikation ratsam. Die freiwillige Einbindung des Eigentümers kann Konflikte vermeiden und Einvernehmen sichern.
Nein, eine gesetzliche Pflicht zur Information des Mieters über einen Bankenwechsel der Kautionen besteht nicht. Es ist jedoch ratsam, den Mieter über solche Änderungen zu informieren, um das Vertrauensverhältnis zu stärken und für Transparenz zu sorgen. Eine solche Information kann Missverständnisse vermeiden und zeigt, dass die Verwaltung die Angelegenheiten der Mieter ernst nimmt und verantwortungsbewusst handelt.
Nein, grundsätzlich ist es nicht erforderlich, eine explizite Erlaubnis des Mieters für den Wechsel der Bankverbindung der Kaution einzuholen. Allerdings kann es in bestimmten Fällen, etwa wenn dies im Mietvertrag vereinbart wurde oder wenn besondere Umstände vorliegen, angebracht sein, das Einverständnis des Mieters einzuholen. Dies fördert eine offene Kommunikation und kann dazu beitragen, das Verhältnis zwischen Mieter und Verwaltung zu festigen.
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Als Head of Revenue Operations bei Getmomo, der Banking-Plattform für Immobilienverwaltungen, verantwortet Jannik alles, was Umsatz skalierbar macht: Strategie, Prozesse, Systeme und die Menschen, die damit arbeiten. Er prüft unsere Artikel auf technische Aspekte, berichtet über Automation und ist der technische Ansprechpartner & Betreuer von unserem Webauftritt.
Fachlich geprüft von Marcel Meitza, Gründer & Geschäftsführer
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