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Marcel MeitzaGeschäftsführer
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Lesezeit: 4 Minuten Veröffentlicht: 3. Januar 2024 Themenbereich: Mietkaution

Kautionsversicherung vs. Kautionsbürgschaft

Kautionsversicherung vs. Kautionsbürgschaft

Zu Beginn eines neuen Mietverhältnisses ist es zur Absicherung des Vermieters wichtig, dass der Mieter eine Mietkaution einbringt. Traditionell bekannt ist die Barkaution, für die § 551 Abs. 2 und 3 BGB dezidierte Vorgaben enthält. Gleichzeitig sind Vermieter und Mieter aber nicht auf die Barkaution festgelegt: Vor allem Kautionsversicherungen und Kautionen in Form einer Bankbürgschaft bieten gegenüber der Barkaution einige Vorteile und haben in den vergangenen Jahren an Beliebtheit zugenommen. Häufig stellen sich Vermieter die Frage, welche dieser neuen Formen von Mietsicherheiten für sie die bessere Option ist – dieser Frage gehen wir im vorliegenden Ratgeber ausführlich auf den Grund.

Kann man eine Bankbürgschaft als Mietsicherheit nutzen?

Kann man eine Bankbürgschaft als Mietsicherheit nutzen?

In einer Bürgschaftskonstellation gibt es regelmäßig drei Parteien: den Gläubiger, den Schuldner und den Bürgen. Gemäß § 765 BGB verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger, für die Verbindlichkeiten des Schuldners einzustehen. Als Bürge kommen auch Banken bzw. Kreditinstitute in Betracht – man spricht dann von einer „Bankbürgschaft“. Wie funktioniert der Avalkredit? Der Mieter schließt mit einem Kreditinstitut seiner Wahl einen sogenannten Avalkredit ab, der in § 1 Abs. 1 Nr. 8 KWG als Garantiegeschäft vorgesehen ist. Die Bank verpflichtet sich, mit ihrer eigenen Kreditwürdigkeit für Mietausfälle, Betriebskostenrückstände oder Schäden gegenüber dem Vermieter einzustehen, und stellt eine Bürgschaftsurkunde aus. Wichtig ist, dass die Bank auf „erstes Anfordern“ zahlt – dann verzichtet sie gemäß § 773 Abs. 1 Nr. 1 BGB auf die Einrede der Vorausklage und zahlt sofort, ohne dass der Vermieter zunächst gegen den Mieter klagen muss. Der Mieter zahlt der Bank eine monatliche oder jährliche Gebühr (Avalprovision), deren Höhe sich an der Bürgschaftssumme bemisst – Zinsen fallen nicht an.

Was ist eine Mietkautionsversicherung und wie funktioniert sie?

Die Kautionsversicherung entspricht der Kautionsbürgschaft weitgehend – auch sie ist im Kern eine Bürgschaft, nur dass statt eines Kreditinstituts eine Versicherungsgesellschaft als Bürgin auftritt. Wie die Kautionsbürgschaft sichert sie alle sich aus dem Mietverhältnis ergebenden Ansprüche des Vermieters gegen den Mieter ab; auch hier erhält der Vermieter eine Bürgschaftsurkunde. Als Modalität kann sowohl „auf erstes Anfordern“ als auch „ohne auf erstes Anfordern“ vereinbart werden. Als Gegenleistung zahlt der Mieter eine – meist jährlich fällige – Prämie, deren Höhe sich in der Regel als Prozentsatz der Kautionssumme bemisst; je nach Versicherer kann zusätzlich eine Grundgebühr anfallen.

Im Überblick: Die Vorteile gegenüber der Barkaution

Zusammengefasst bestehen die maßgeblichen Vorteile beider Alternativen gegenüber der traditionellen Barkaution in folgenden Punkten:

Bankbürgschaft und Kautionsversicherung im Vergleich: Was sind die Unterschiede?

Bankbürgschaft und Kautionsversicherung im Vergleich: Was sind die Unterschiede?

Kautionsbürgschaft und Kautionsversicherung gleichen sich in Funktionsweise und Struktur weitgehend, unterscheiden sich aber in wichtigen Details:

KriteriumKautionsbürgschaft (Bank)Kautionsversicherung
BürginKreditinstitut – meist strengere Bonitätsanforderungen an den Mieter.Versicherungsunternehmen – oft geringere Bonitätsanforderungen.
ModalitätMeist „auf erstes Anfordern“ – sofortige Zahlung ohne Prüfung.Häufig „ohne auf erstes Anfordern“ – Anspruch wird zunächst geprüft.
Abwicklung & DauerSchnelle Auszahlung, da keine Vorprüfung nötig ist.Häufig langwierig, da die Forderung erst geprüft wird und der Mieter intervenieren kann.
DeckungsumfangIn der Regel unbeschränkt und umfassend.Oft beschränkt auf bestimmte, vorab festgelegte Forderungen oder Fälle.

Fazit: Bankbürgschaft oder Kautionsversicherung – was passt zu Ihnen?

Kautionsbürgschaft und Kautionsversicherung sind beides etablierte Alternativen zur traditionellen Barkaution, die sowohl Mieter als auch Vermieter entlasten können – welche davon besser passt, hängt vom Einzelfall ab. Für Vermieter, denen eine schnelle und unkomplizierte Auszahlung im Schadensfall wichtig ist, spricht einiges für die Bankbürgschaft mit Zahlung „auf erstes Anfordern“. Mieter mit geringerer Bonität finden bei Kautionsversicherungen dagegen oft niedrigere Zugangshürden. Beide Bürgschaftsformen haben in Deutschland aktuell zusammen erst einen Marktanteil von rund 5 bis 10 Prozent – deutlich weniger als etwa in der Schweiz oder Frankreich. Das zeigt vor allem, dass sie hierzulande noch wenig bekannt sind, nicht, dass sie einer professionell verwalteten Barkaution grundsätzlich überlegen wären. Unabhängig davon, für welches Modell Sie sich entscheiden – ob Bürgschaft, Versicherung oder klassisches Kautionskonto: Mit einer zentralen, digitalen Plattform wie Getmomo lässt sich der Verwaltungsaufwand in jedem Fall deutlich reduzieren. Einen Überblick über alle Möglichkeiten und wie sich verschiedene Kautionslösungen gebündelt verwalten lassen, finden Sie im Artikel Die Mietkaution und ihre Alternative.

Porträtfoto von Jannik Cramer
Jannik CramerHead of Revenue Operations

Über den Autor

Als Head of Revenue Operations bei Getmomo, der Banking-Plattform für Immobilienverwaltungen, verantwortet Jannik alles, was Umsatz skalierbar macht: Strategie, Prozesse, Systeme und die Menschen, die damit arbeiten. Er prüft unsere Artikel auf technische Aspekte, berichtet über Automation und ist der technische Ansprechpartner & Betreuer von unserem Webauftritt.

Fachlich geprüft von Marcel Meitza, Gründer & Geschäftsführer

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