Kautionskonto-Gebühren: Wer zahlt und was Banken verlangen
Ein Mietkautionskonto kostet Sie als Hausverwalter im Alltag oft mehr Geld, als es müsste – viele Banken verlangen ein Entgelt je Kontoeröffnung, ein Verwaltungsentgelt oder eine Software-Lizenz; tragen muss diese Kosten im Regelfall der Vermieter, auf den Mieter umlegen darf er sie nicht. Dieser Artikel konzentriert sich gezielt auf die Gebührenfrage: Wer zahlt, wie hoch sind die Unterschiede zwischen klassischen Banken und digitalen Plattformen, und wie steigen Sie auf ein gebührenfreies Modell um? Einen allgemeinen Überblick über Kontoformen und Rechtsgrundlagen finden Sie in unserem Artikel Kautionskonten für Verwalter.
Wer zahlt das Kautionskonto? – Rechte & Pflichten

Eröffnet der Vermieter oder seine Verwaltung das Kautionskonto, trägt er nach der Rechtsprechung der Amts- und Landgerichte grundsätzlich auch die Kosten der Kontoführung; eine Vereinbarung, die diese Kosten ganz oder anteilig dem Mieter auferlegt, ist nach § 551 Abs. 4 BGB unwirksam, weil sie die Kaution und die Erträge schmälert, die dem Mieter zustehen. Gemäß § 551 Abs. 3 BGB ist die Mietkaution zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz anzulegen; zu Gebühren sagt die Vorschrift selbst nichts. Entscheidend sind neben dem Zinssatz vor allem Kontoführungsgebühren, Eröffnung, Automatisierung & Verwaltung sowie Bescheinigungen für Mieter – hier unterscheiden sich die Anbieter.
Tipp: Hausverwalter sollten bestehende Konditionen kritisch prüfen und gegebenenfalls neu verhandeln – oder zu einem Anbieter ohne Kontoführungsgebühr wechseln. Bei Getmomo etwa liegt das Kautionskonto als Treuhandsammelkonto bei der Partnerbank Hamburg Commercial Bank; Plattform und Kontoführung sind für gewerbliche Verwaltungen ab etwa 50 Einheiten kostenfrei.
Zinssätze, Konditionen & Gebührenvergleich zwischen Banken
Auch wenn Zinserträge für Mietkautionskonten in der aktuellen Marktlage häufig niedrig ausfallen, schreibt § 551 BGB vor, dass die Kaution zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz angelegt werden muss. Für Hausverwalter sind aber nicht nur die Zinsen entscheidend – die Konditionen und Verwaltungsbedingungen der Anbieter machen den eigentlichen Unterschied, vor allem bei vielen Mietverhältnissen:
| Kriterium | Klassische Bank | Digitale Plattform (z. B. Getmomo) |
|---|---|---|
| Kontoführungsgebühren | Je nach Institut einmalige Entgelte je Konto, Verwaltungsentgelt oder Software-Lizenz. | Kostenfreies Modell für gewerbliche Hausverwaltungen. |
| Eröffnung | Je nach Institut, siehe Anbietervergleich. | Eröffnung digital; Bestandskautionen übernimmt der Umzugsservice (Mieterdaten als CSV oder Excel). |
| Automatisierung & Verwaltung | Je nach Institut; Verwalterangebote wie die DKB-Verwalterplattform oder Aareal Account Kautionen bringen eigene Software mit, siehe Anbietervergleich. | Zuordnung über virtuelle IBAN je Mieter, Auszahlungen als EBICS-Datei. |
| Bescheinigungen für Mieter | Je nach Institut, siehe Anbietervergleich. | Zinsabrechnung und Bescheinigungen je Mieter entstehen auf der Plattform. |
Entgelte je Kautionskonto (Stand September 2026)
Eine Kontoführungsgebühr im engeren Sinn nennt keiner der Anbieter in der folgenden Tabelle; wo Kosten anfallen, stecken sie in einmaligen Entgelten je Konto, in Software-Lizenzen oder in Verwaltungsentgelten. Die Beträge stammen aus den Preisangaben der Anbieter, abgerufen am 9. September 2026. Quellen und weitere Anbieter stehen in unserem Anbietervergleich für Kautionskonten; verbindlich ist das jeweils aktuelle Preisverzeichnis.
| Anbieter | Kosten je Kautionskonto laut Anbieter | Bei 300 Kautionskonten |
|---|---|---|
| Aareal Bank (Aareal Account Kautionen) | Keine Kontoführungs- oder Guthabengebühren; Lizenzgebühr für die Software, Höhe nicht veröffentlicht | Nur die Lizenzgebühr, Betrag nicht veröffentlicht |
| Commerzbank | 59,00 Euro einmaliges Bearbeitungsentgelt je Kontoeröffnung (Preis- und Leistungsverzeichnis, Stand 1. September 2026); laut Bank für Commerzbank-Kunden, ein Angebot für Verwaltungen beschreibt die Bank nicht | 17.700 Euro einmalig |
| DKB Verwalterplattform | Plattform und Mietkautionskonten kostenfrei; Voraussetzung Gewerbeerlaubnis als Wohnimmobilienverwalter nach § 34c Abs. 1 S. 1 Nr. 4 GewO und Kontoführung per EBICS. Die 9 Euro je Monat und Konto gelten für Mieten- und Hausgeldkonten, nicht für Kautionskonten | 0 Euro Kontoführung |
| Getmomo (Partnerbank Hamburg Commercial Bank) | Plattform und Kontoführung kostenfrei, keine Verwahrentgelte; für gewerbliche Verwaltungen ab etwa 50 Einheiten | 0 Euro Kontoführung |
| Hausbank München | HB Kautionen smart: 39,00 Euro einmalig je Konto plus 9,90 Euro Legitimationskosten, nur bis 49 Konten. HB Kautionen online: Konditionen auf Anfrage, laut Leistungsübersicht 03/2021 ein Verwaltungsentgelt je aktivem Konto ohne veröffentlichten Betrag | Kein veröffentlichter Preis |
Rechenbeispiel: 300 Kautionskonten
Wie stark ein Entgelt je Konto ins Gewicht fällt, zeigt der Preis der Commerzbank: 59 Euro je Kontoeröffnung (Preis- und Leistungsverzeichnis, Stand 1. September 2026). Ein Angebot für Verwaltungen beschreibt die Bank nicht, die Rechnung zeigt also nur, was ein Einzelkonto-Modell mit diesem Entgelt kosten würde: Für 300 Mietverhältnisse mit je einem eigenen Konto fielen einmalig 300 × 59 Euro = 17.700 Euro an. Weil das Entgelt je Kontoeröffnung berechnet wird, kostet jede Neuvermietung erneut 59 Euro; bei angenommen 30 Mieterwechseln im Jahr sind das 1.770 Euro jährlich. Auf der DKB-Verwalterplattform und bei Getmomo kostet die Kontoführung derselben 300 Kautionen nach Angabe der Anbieter nichts; bei der Aareal Bank kommt die Software-Lizenz hinzu, deren Höhe nicht veröffentlicht ist. Diese Kosten trägt im Regelfall der Vermieter, nicht der Mieter; ob die Verwaltung sie an den Eigentümer weiterbelasten kann, richtet sich nach dem Verwaltervertrag.
Warum Sie Kautionsgebühren nicht einfach hinnehmen sollten
Viele Banken verlangen auch heute noch Gebühren für die Einrichtung und Verwaltung von Mietkautionskonten. Zulässig ist das, solange der Vermieter sie trägt; auf den Mieter umlegen darf er sie nicht. Wer bei seiner aktuellen Bank auf hohe Gebühren stößt, sollte prüfen, wie sich das Kautionskonto zu einer neuen Bank übertragen lässt, oder gleich auf eine Treuhandlösung wie Getmomo umsteigen, bei der Plattform und Kontoführung für gewerbliche Verwaltungen ab etwa 50 Einheiten kostenfrei sind.
Unser Tipp: Prüfen Sie Ihre bestehenden Verträge – oder starten Sie direkt mit einem gebührenfreien Konto.
Was tun bei Auszug und Rückzahlung der Kaution?

Nach Beendigung des Mietvertrags hat der Vermieter bzw. Hausverwalter die Pflicht, die Kaution innerhalb angemessener Frist zurückzuzahlen – in der Regel spätestens nach sechs Monaten. Berechtigte Forderungen dürfen abgezogen werden, etwa offene Betriebskosten, Mietrückstände oder Schäden an der Mietsache über normale Abnutzung hinaus. Die Rückzahlung sollte nachvollziehbar und dokumentiert erfolgen – idealerweise mit Beleg. Ist die Kaution rechtlich korrekt getrennt angelegt, fällt sie im Fall einer Insolvenz des Vermieters nicht in die Insolvenzmasse.
Welche Lösung passt zu Ihrer Verwaltung? Vergleichen Sie klassische Banken, die Verwalterangebote der Banken und Plattformen danach, wie viele Kautionen Sie führen, wie Auszahlungen laufen und was je Konto anfällt.
Erfahrungsberichte anzeigen →Fazit: Kautionskonto-Gebühren sind kein Naturgesetz
Ein gut geführtes Mietkautionskonto muss keine laufenden Kosten verursachen. Die Kosten der Kontoführung trägt nach der Rechtsprechung der Amts- und Landgerichte grundsätzlich der Vermieter, und bei Anbietern wie Getmomo, deren Konten die Partnerbank Hamburg Commercial Bank führt, fällt für gewerbliche Verwaltungen keine Kontoführungsgebühr an. Wer bestehende Verträge kritisch prüft und auf ein gebührenfreies Modell umsteigt, spart nicht nur Geld, sondern reduziert auch den Verwaltungsaufwand spürbar.
Gebühren-Checkliste für Hausverwalter
Die wichtigsten Punkte, um Kautionskonto-Gebühren dauerhaft zu vermeiden:
- Höhe der Kaution klären – maximal drei Nettokaltmieten
- Kontoform wählen (Sammelkonto oder Einzelkonto je Mieter)
- Anbieter mit kostenfreien Kautionskonten wählen
- Kontoinhaber & Pfandvermerk festlegen
- Trennung vom Vermögen sicherstellen
- Mieter transparent informieren
Über den Autor
Jannik ist Head of Revenue Operations bei Getmomo, der Banking-Plattform für Immobilienverwaltungen. Er arbeitet täglich an den Prozessen, um die es in diesem Magazin geht — Kautionsverwaltung, Zahlungsverkehr, Automatisierung — und schreibt hier über Banking-Infrastruktur und Digitalisierung. Technisch verantwortet er den Webauftritt des Magazins.
Fachlich geprüft von Marcel Meitza, Gründer & Geschäftsführer
Kautionskonten für Verwalter
Die häufigsten Fehler bei der Kautionsverwaltung – Tipps für Hausverwalter und Vermieter
Was bei Übertragungen von Kautionskonten zu beachten ist
WEG-Konto und Bank: Welche Institute Konten für Eigentümergemeinschaften führen
Umlaufbeschluss WEG: Muster als PDF zum Ausfüllen und der Weg zum wirksamen Beschluss in Textform
WEG-Verwaltervertrag Muster 2026: PDF zum Ausfüllen und die Klauseln, auf die es ankommt
Sie interessieren sich für Getmomo Themen und für unsere Software?
Per Klick auf „Getmomo Software“ finden Sie alle Infos zu unseren Banking-Lösungen optimiert für Hausverwaltungen. Per Klick auf „Startseite Magazin“ finden Sie alle Artikel aus unserem Magazin. Unter „Getmomo Tools“ finden Sie unsere kostenlosen Mini-Tools für den Verwalteralltag.
