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Marcel MeitzaGeschäftsführer
getmomo | MAGAZIN Demo buchen
Lesezeit: 2 Minuten Veröffentlicht: 16. Juni 2022 Aktualisiert: 1. Oktober 2026 Themenbereich: Vermietung & Recht

Wird die Raumtemperatur bald vom Staat kontrolliert?

Helle Altbauküche mit Kochinsel, Holzboden und Pflanzen

Agora Energiewende hat im Oktober 2020 ein neues Heizmodell vorgeschlagen, umgesetzt ist es bis heute nicht. Gemeint ist das sogenannte Warmmieten-Modell: Vermieter und Mieter vereinbaren im Mietvertrag eine Raumtemperatur, die der Vermieter im Winter garantiert. Eine vom Staat vorgeschriebene Raumtemperatur sieht das Modell nicht vor. Was es für Mieter, Vermieter und den Energieverbrauch bedeutet, erklären wir Ihnen hier.

Wie funktioniert das Warmmieten-Modell?

Hand hält einen Taschenrechner vor einem Heizkörperthermostat und Euroscheinen

Grundlegend funktioniert ein solches Heizmodell so, dass die Heizkosten bereits im Mietvertrag berechnet werden und man sich somit auf eine Raumtemperatur einigt, zum Beispiel 20 Grad. Der Heizkostenpreis hängt dann von festgelegten Normen ab und berechnet sich anhand von Temperatur und Größe der Wohnung. Durch das kalibrierte Messen der Raumtemperatur, dem sogenannten Temperaturfeedback, wird ein Referenzverbrauch ermittelt – technisch erfolgt dies durch Temperatursensoren. Für Mieter und Vermieter bedeutet das: Der Energieverbrauch wird gesenkt. Wer es gerne wärmer hat, muss dazu zahlen; verbraucht der Mieter bei gleichbleibender Temperatur weniger Energie, erhält er die Differenz zurück. Für Vermieter wiederum werden eine neue Heizungsanlage oder Dämmung interessant, da auch sie von der monatlichen Kosteneinsparung profitieren und vor verschwenderischem Heizen geschützt sind.

Geltendes Recht ist das nicht. Für Heizkosten gilt weiter die Heizkostenverordnung: Mindestens 50 Prozent der Heizkosten werden nach erfasstem Verbrauch verteilt, im Regelfall höchstens 70 Prozent (§ 7 Abs. 1 HeizkostenV). Einen höheren Verbrauchsanteil darf der Mietvertrag vorsehen (§ 10 HeizkostenV). Ansonsten geht die Verordnung dem Mietvertrag vor, außer in Häusern mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Vermieter eine selbst bewohnt (§ 2 HeizkostenV). Eine Warmmiete mit Temperaturgarantie statt Verbrauchsabrechnung ist in Häusern mit Zentralheizung oder Fernwärme deshalb in der Regel nicht zulässig. Seit dem 1. Januar 2023 regelt das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz, wie Vermieter und Mieter die CO₂-Kosten der Heizung aufteilen.

Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit

Eine solche Heizstrategie ist in Schweden bereits seit 2000 die Norm, und Experten berichten, die Emissionen der dortigen Haushalte seien seither um 95 Prozent gesunken (Agora Energiewende). Mit der Verabschiedung der Novelle des Energiesicherungsgesetzes, die am 22. Mai 2022 in Kraft trat, setzte Deutschland Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung durch. Patrick Graichen, damals Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, sagte, bei Engpässen von Energie liege die Priorität bei Privathaushalten, einen Anspruch auf eine „Raumtemperatur von 25 Grad“ habe man aber nicht.

Leaders for Climate Action

So oder so gilt: Energie sparen. Als Teil der „Leaders for Climate Action“ engagiert sich Getmomo für einen nachhaltigen CO₂-Verbrauch. Nachhaltigkeit ist uns besonders wichtig – deshalb verringern wir kontinuierlich unseren CO₂-Fußabdruck und kompensieren alle Emissionen.

Porträtfoto von Jannik Cramer
Jannik CramerHead of Revenue Operations

Über den Autor

Jannik ist Head of Revenue Operations bei Getmomo, der Banking-Plattform für Immobilienverwaltungen. Er arbeitet täglich an den Prozessen, um die es in diesem Magazin geht — Kautionsverwaltung, Zahlungsverkehr, Automatisierung — und schreibt hier über Banking-Infrastruktur und Digitalisierung. Technisch verantwortet er den Webauftritt des Magazins.

Fachlich geprüft von Marcel Meitza, Gründer & Geschäftsführer

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